Begriffe erklärt

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Hintergrund

In den Gruppenarbeiten kamen immer wieder Begriffe und Fachbegriffe auf. Diese haben zum Teil für große Diskussionen gesorgt, was unter diesen Begriffen nun verstanden wird. Welche Aspekte sind mit inbegriffen? Welche nicht?

Daraus haben sich Definitionen (Erklärungen) für einige Begriffe entwickelt, damit wir alle das gleiche Verständis haben, wenn wir von den Begriffen sprechen. Diese werden im Folgenden dargestellt

Die Erklärung der Begriffen werden nach ihren Themen geordnet: Wohnen, Mobilität und weitere Begriffe (aufgrund deren Umfang keine eigenen Kategorien eingeführt wurden).

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Wohnen

Was ist ein Haushalt?

Als (Privat-)Haushalt zählt jede zusammenwohnende und eine wirtschaftliche Einheit bildende Personengemeinschaft (Mehrpersonenhaushalt) sowie Personen, die allein wohnen und wirtschaften (Einpersonenhaushalte, z. B. auch Einzeluntermieter/-innen). 

[…] In einem Haushalt können gleichzeitig mehrere Familien- und Lebensformen (z. B. Ehepaar ohne Kinder oder alleinerziehende Mütter mit Kindern) leben. (Statistisches Bundesamt 2023)

 

Zum Haushalt können gehören:

  • verwandte und
  • familienfremde Personen

Gemeinschaftsunterkünfte gelten nicht als Haushalte (z. B. Heime, Kasernen, Studierendenwohnheimte mit Anstaltsverpflegung). 

(Statistisches Bundesamt, 2023)

Was ist Einkommen?

sind „alle Einkünfte in Form von Geld oder Sachgütern, die einer Person, einem Haushalt oder einem Unternehmen in einem bestimmten Zeitraum zufließen. […]“ (bpb 2016). 
 

Was sind Wohnkosten?

„Die Wohnkosten umfassen alle monatlichen Kosten, die ein Haushalt zum Wohnen aufwenden muss. […]

  • Für Mieterinnen und Mieter entsprechen die Wohnkosten der Summe aus der Bruttowarmmiete [,den Nebenkosten] […] und den Kosten an Dritte.
  • Bei den Eigentümerinnen und Eigentümern setzen sich die Wohnkosten aus den Energie- und Heizkosten, der Grundsteuer sowie weiteren Nebenkosten (zum Beispiel für den Wasserverbrauch, die Müllabfuhr oder den Schornsteinfeger) zusammen. Auch die Kosten für regelmäßige Wartungen und Instandhaltungen sowie Zinsen für mögliche Hypothekenkredite zählen bei den Eigentümerinnen und Eigentümern zu den Wohnkosten.“ (Statistisches Bundesamt, 2023).

Was sind Wohnkostenbelastung und Wohnkostenüberlastung?

„Die Wohnkostenbelastung setzt die Wohnkosten ins Verhältnis zum verfügbaren Einkommen. […] 

[Ein Haushalt gilt von den Wohnkosten überlastet],wenn auch nach Abzug erhaltener Zuschüsse, wie z. B. des Wohngeldes, noch mehr als 40 % des verfügbaren Haushaltseinkommens für die Wohnkosten aufgewendet werden müssen.“ (Statistisches Bundesamt 2023)

 

bpb - Bundeszentrale für politische Bildung 2016: Duden Wirtschaft von A bis Z: Grundlagenwissen für Schule und Studium, Beruf und Alltag. 6. Aufl. Mannheim: Bibliographisches Institut 2016. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2016.

 

Statistisches Bundeamt 2023: Glossar:Mikrozensus. Verfügbar:<https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Haushalte-Familien/Methoden/Downloads/mikrozensus-glossar-2023.pdf?__blob=publicationFile&v=2> (Zugriff: 2025-11-10).

Mobilität

Was ist Mobilität?

Mobilität ist (für diese Befragung) die Bewegung von Personen von Ort zu Ort (Ortswechsel). Räumliche Mobilität kann Dauerhaft sein, zum Beipiel bei Umzügen, dann heißt es Wanderungsmobilität.Oder Alltäglich, zum Beispiel Arbeitsweg, dann heißt es Alltagsmobilität. Diese ist für die Befragung besonders wichtig.
 

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Mehr zu Mobilität

Mobilität bezeichnet allgemein die Bewegung von Individuen und lässt sich in räumliche, soziale und geistige Dimensionen unterteilen (Lenz 2018: 1544). Für die Untersuchung der Kostenbelastung von Mobilität ist insbesondere die räumliche Mobilität relevant, die einen konkreten Ortswechsel umfasst, der durch die Fähigkeit, Erfordernis oder das Bedürfnis zum Standortwechsel ausgelöst wird (vgl. ebd.). Räumliche Mobilität kann dauerhaft (Wanderungsmobilität) oder alltäglich (Alltagsmobilität) erfolgen. Während Wanderungsmobilität mit einem Wohnortwechsel verbunden ist, umfasst Alltagsmobilität regelmäßig wiederkehrende oder gelegentliche Ortsveränderungen, z.B. Arbeitswege oder Freizeitfahrten, und ist überwiegend zweckgebunden (vgl. ebd.).

Mobilität ist zugleich eine zentrale Voraussetzung für soziale Teilhabe, da sie den Zugang zu Arbeit, Bildung, Versorgung, Freizeit und gesellschaftlicher Partizipation ermöglicht. In diesem Sinne kann Mobilität als soziales Grundbedürfnis verstanden werden, dessen Realisierung wesentlich von der Verfügbarkeit, Erreichbarkeit, Erschwinglichkeit und zeitlichen Nutzbarkeit von Verkehrsangeboten abhängt.

Was sind Mobilitätskosten?

Mobilitätskosten sind alle Ausgaben, die für eine Person/ ein Haushalt, durch die Verwendung von Verkehrsmitteln entstehen.
 

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Mehr zu Mobilitätskosten

Unter Mobilitätskosten wird die Gesamtheit aller Aufwendungen verstanden, die Individuen oder Haushalten im Zusammenhang mit der Nutzung von Verkehrsmitteln und der Befriedigung ihrer Mobilitätsbedürfnisse entstehen. Sie umfassen sämtliche laufenden und variablen Kosten, die für die Teilnahme am Verkehrssystem notwendig sind (vgl. Destatis 2021). Diese lassen sich in direkte und indirekte Kosten unterteilen:
 
Direkte Mobilitätskosten beinhalten Ausgaben, die unmittelbar mit der Nutzung von Verkehrsmitteln verbunden sind, etwa Ticketpreise, Treibstoffkosten oder Wartungsausgaben.
 
Indirekte Mobilitätskosten umfassen zeitliche Aufwände, Energieverbrauch, Opportunitätskosten sowie mittelbare finanzielle Belastungen, die aus der Mobilität resultieren, beispielsweise durch notwendige Infrastruktur oder Wegezeiten

Beispiele:

  • Bus- und Bahndienstleistungen
    • Ausgaben für Personenbeförderung im Nah- und Fernverkehr sowie für Taxifahrten.
  • Unterhalt und Nutzung von Pkw und anderen Kraftfahrzeugen,
    • einschließlich Ausgaben für Kraftstoffe (Autogas, Dieselkraftstoff, Superbenzin, Strom), Ersatzteile, Pflegemittel und Zubehör, Wartung (Reparaturen, Inspektionen), Parkgebühren oder Stellplatzmieten sowie für Kfz-Steuer und -Versicherung.
  • Mobilität auf zwei Rädern
    •  (Ausgaben für den Unterhalt von E-Bikes, Pedelecs, E-Scootern und Fahrrädern einschließlich Zubehör und Reparaturen)

Nicht enthalten sind in der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) die Ausgaben für den Kauf oder das Leasing von Pkw, da diese nicht zu den laufenden, sondern zu den investiven Mobilitätskosten zählen (vgl. Destatis 2021). Folglich wird dies auch hier nicht berücksichtigt.

Kostenbelastung von Mobilität

Für seine alltägliche Mobilität gibt man Geld aus. Wenn dieser Anteil ins Verhältnis zum Einkommen gesetzt wird, erhält man die Kostenbelastung durch die Mobilität. Dieser Wert macht deutlich, ob sich Menschen und Haushalte ihre täglichen Wege leisten können. In diesem Zusammenhang wird dann auch von ökonomischer Erreichbarkeit gesprochen. (vgl. Holz-Rau & Scheiner 2019).

 

Mobilitätsarmut

Mobilitätsarmut ist im deutschsprachigen Verständnis ein Oberbegriff, der sowohl Verkehrsarmut (Transport Poverty) als auch soziale Benachteiligung (Mobility Poberty) umfasst. In der internationalen Forschung wird häufig zwischen Transport Poverty und Mobility Poverty unterschieden. (vgl. Allen & Farber 2021: 1834) 

 

Verkehrsarmut (Transport Poverty)

beschreibt den eingeschränkten Zugang zu Verkehrsinfrastruktur und Verkehrsmitteln. (ebd.)

soziale Benachteiligung (Mobility Poverty)

Mobility Poverty verweist auf die sozialen Folgen begrenzter Mobilität – etwa auf Formen sozialer Exklusion, gesundheitliche Risiken und ökologische Verwundbarkeit (ebd.)

Die vier Dimensionen der Mobilitätsarmut

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Bei Mobilitätsarmut greifen diese vier Dimensionen ineinander:

  • die Verfügbarkeit von (öffentlichen) Verkehrsangeboten,
  • die Erreichbarkeit von Verkehrsangeboten, Zielorten und Aktivitäten in akzeptabler Zeit und mit angemessenem Aufwand (einschließlich Barrierefreiheit),
  • die Erschwinglichkeit von Verkehrsangeboten sowie
  • mobilitätsbezogene Zeitarmut (Agora Verkehrswende 2023: 7 f.).
Neben Einkommensunterschieden spielen dabei auch strukturelle, räumliche und infrastrukturelle Faktoren eine Rolle, sodass Mobilitätsarmut nicht allein als Folge begrenzter finanzieller Mittel verstanden werden kann.
Allen, J.; Farber, S. (2021): Suburbanization of Transport Poverty. In: Annals of the American Association of Geographers, 111(6), S. 1833–1850.
 
Holz-Rau, C.; Scheiner, J. (2019): Mobilität und soziale Teilhabe. In: Raumforschung und Raumordnung | Spatial Research and Planning, 77(6), S. 505–520.
 
Lenz, Barbara 2018: Mobilität. In: Akademie für Raumforschung und Landesplanung
(Hg.): Handwörterbuch der Stadt- und Raumentwicklung, Hannover, S. 1543-1556. Online verfügbar unter: https://www.arl-net.de/system/files/media-shop/pdf/HWB%202018/Mobili-
tät.pdf (Zugriff: 2025-02-16)

weitere Begriffe

Energie(versorgung)?

Energie(-versorgung) ist der Umfang der Möglichkeit eines Haushalts, Strom und Wärme in den eigenen Räumlichkeiten zum Zweck der Heizung, Warmwasserversorgung, Beleuchtung, des Kochens und Betriebs von Haushaltsgeräten zu nutzen. (vgl. Martinskainen et al. [aus dem englischen übersetzt])

 

Vulnerabilität?

Vulnerabilität beschreibt die Anfälligkeit sozialer Systeme, Gruppen oder Individuen gegenüber äußeren Belastungen oder Krisen, die ihre Funktionsfähigkeit beeinträchtigen können.[…]
(Christmann, Balgar, Mahlkow)

Ausführliche Beschreibung zu Vulnerabilität

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Mehr zur Vulnerabilität

Vulnerabilität ist keine feste Eigenschaft, sondern entsteht aus dem Zusammenwirken von sozialen, ökonomischen und institutionellen Bedingungen.

Dabei steht sie immer in Relation zu Resilienz, also der Fähigkeit, auf Störungen zu reagieren und sich davon zu erholen.

Vulnerabilität entsteht insbesondere dort, wo Ressourcen, Handlungsspielräume und Unterstützungsstrukturen ungleich verteilt sind.

In sozialwissenschaftlicher Perspektive bezeichnet sie somit ein dynamisches Verhältnis zwischen Gefährdung, Betroffenheit und Bewältigungsmöglichkeiten innerhalb gesellschaftlicher Kontexte. [Christmann, Balgar, Mahlkow]

Martinskainen et al., Eating, Heating or taking the bus? - Lived experiences at the intersection of energy and transport poverty, in Grobal Environmental Change Nr. 82, 2023, S. 3 

 

Christmann, Balgar, Mahlkow 2014: Zur sozialwissenschaftlichen Konzeption von Vulnerabilität und Resilienz. Verfügbar:<https://link.springer.com/content/pdf/10.1007/978-3-658-05999-6.pdf> (Zugriff 2026-02-27).

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